Die Entscheidung des OB Kandidaten Seidler, sich für die Notwendigkeit einer Entlastungsstraße auszusprechen, ist angesichts der von ihm selbst beobachteten desolaten Verhältnisse für Fußgänger, Radfahrer, PKW und Rettungsfahrzeuge der anliegenden Kliniken an den „heimlichen Entlastungsstraßen“ verständlich und begrüßenswert. Irritierend ist jedoch sein Vorschlag einer „Neuen Westumgehung“ am Flugplatz Atterheide – diese „alte“ Tangente wurde bereits in den 80´er Jahren aus naheliegenden Gründen von den Städteplanern Osnabrücks abgelehnt.

OB Kandidat und ehemalige Stadtbaurat Griesert wies in diesem Zusammenhang auf die bereits bekannte Beschlusslage des Rates zur gesamtstädtischen Verkehrsentwicklungsplan hin, der für die Entlastung der Wohnstraßen im westlichen Stadtbereich keine andere Alternative als die Verbindung der Straße am Klinikum mit der Sedanstrasse sieht – und dies obwohl es Ziel sei, den Bus- und Radverkehr bis zum Jahre 2025 um 20 Prozent zu steigern. Die Entlastungsstraße West sei somit auch die logische städteplanerische Konsequenz der erfreulichen Entwicklungen an den ehemaligen Kasernenflächen und der Uni und wird auch eine spürbare Verkehrsreduzierung der Lotter Straße, der Martinistraße, der Natruper Straße und des westlichen Wallrings bewirken.

Herr Seidler verwies am 3.9.2013 auf den zunehmenden innerstädtischen LKW Verkehr und die Finanzierungsmöglichkeit der „neuen Westumgehung“ über zusätzlichen Wohnungsbau an der geplanten Entlastungsstraße – Herr Griesert stellte hierzu fest, dass die Kosten der Entlastungsstraße mit knapp 6,5 Mio. Euro veranschlagt seien und Fördermittel hier noch nicht in Abzug gebracht seien. Zum angesprochenen LKW-Verbot auf der Trasse richtete Herr Griesert einen eindringlichen Appell an die damals ebenfalls anwesenden Landtagsabgeordneten der Grünen, sich klar zum Lückenschluss von A33 und A1 auszusprechen. Diese Autobahnverbindung erleichtere es immens, die in der Stadt unnötigen LKW-Durchgangsverkehre weiträumig umzulenken.

Auch die finanzerfahrene OB Kandidatin Bornemann wies an diesem Abend auf die Notwendigkeit der Entlastungsstraße für die Neugestaltung des Neumarktes und für die weitere gewerbliche Entwicklungen des Bereiches für ganz Osnabrück hin.

Prowest begrüßt das erfreuliche Versprechen des Grünen Kandidaten Klein, daß der Rat sich im Falle eines positiven Bürgerentscheids im Mai 2014 sofort an die Umsetzung der Entlastungsstraße West machen würde. Prowest sieht angesichts der überzeugenden Argumente keine Chance für die „alte“ „Neue Westumgehung“ und betont erneut, daß die Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt im Mai 2014 über die Entlastungsstraße West (Ursprung 2008, einspurig, mit Kreiseln und Fahrradwegen versehen) und nicht über das alte Projekt der Westumgehung (Ursprung 70´er Jahre, mehrspurig geplant) abstimmen werden.